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Goodreads – Zusammen Lesen macht mehr Spaß

Abnehmen, mehr Sport machen, weniger oder gar nicht mehr rauchen, endlich Vegetarier werden – jedes Jahr aufs Neue versuchen sich zahlreiche Menschen an guten Vorsätzen für das neue Jahr, um alte, bequem gewordene Angewohnheiten loszuwerden und ein bisschen mehr das Leben zu leben, das sie für erstrebenswert erachten. Besonders beliebt ist Neujahr vor allem bei jenen, die ganz bewusst keine Vorsätze fassen, sondern lieber alle Welt daran teilhaben lassen, für wie bescheuert, unsinnig und erfolglos sie derlei Gebaren halten. So hat vermutlich jeder seine ganz eigene Tradition, wie er oder sie in eine neue Zeit starten möchte.

Bereits zum Wechsel von 2018 auf 2019 habe ich – angeregt unter anderem durch Kathis Pineapples Booknook Blog (dicke Empfehlung an dieser Stelle!) – den wilden Entschluss gefasst: „Stephan, du musst endlich wieder mehr lesen! 20 Bücher wirst du in einem Jahr doch wohl schaffen!“ Denn das Problem am Dasein als Akademiker ist: Man liest eine ganze Menge, aber vor allem Fachartikel, Fachbücher oder Tutorials im Internet. Und diese selten stringent von vorne bis hinten, sondern erst einmal quer, denn nicht jeder Artikel ist zwangsläufig für das eigene Forschungsinteresse von Belang.

Wie gut, dass ich auch auf Twitter einigen Bücherwürmern folge. Und denen ist schon vor einiger Zeit eine Webseite untergekommen, die das konsequente Lesen sehr viel einfacher macht: Goodreads. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Goodreads ist eine Art sozialer Plattform für Lesende. Aus einer Datenbank heraus kann man dort Bücher aussuchen, die man besitzt, die man bereits gelesen hat, die man gerne noch lesen möchte – oder eben auch solche, an denen man gerade liest. Für Bücher, die man bereits kennt, kann man eine Sternebewertung vergeben sowie eine Rezension verfassen, die dann wiederum von interessierten NutzerInnen wahrgenommen wird. Oder auch von Freunden, denn natürlich kann man sich über das obligatorische Freundesystem mit anderen Leseratten zusammen tun.

Current Readings und Reading Challenge auf Goodreads

Für jene Bücher, die man gerade aktiv liest, lässt sich der aktuelle Fortschritt angeben. Angenommen, ich lese gerade einen Harry Potter-Band und komme an diesem Tag bis Seite 237. Nachdem ich das Buch weggelegt habe, kann ich diesen Fortschritt auf der Webseite markieren – entweder als „Ich bin jetzt auf Seite x von y“ oder „Ich habe bereits x% gelesen“, was für eReader sehr viel praktischer ist. Auf diese Weise bekomme ich gleich einen Wasserstand, wie weit ich mit meinem Buch bin. Zusätzlich kann ich in relativ wenigen Worten meine aktuellen Gedanken zum Buch formulieren. Wahlweise kann dieser Zwischenstand (und selbstverständlich auch die finale Rezension) automatisch auch auf sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook geteilt werden.

Besonders hat mir die „Reading Challenge“ gefunden, die sich direkt auf der Hauptseite befindet. Dort kann ich selbst vorgeben, wie viele Bücher ich in diesem Jahr lesen möchte. Und mit jedem Buch, das ich abgeschlossen habe, zählt die Leiste eigenständig mit. Das ist kein Hexenwerk und prinzipiell reicht eine klassische Strichliste neben dem Bücherstapel auch aus. Trotzdem wirkt es zeitgemäßer, es motiviert und man kann den Fortschritt leichter mit anderen teilen.

Über den Newsfeed im Zentrum der Seite erhält man zusätzlich Neuigkeiten von den Freunden. Wer liest gerade woran? Was denkt er oder sie gerade zu diesem Buch? Da zu den Büchern üblicherweise auch gleich Cover und eine Kurzzusammenfassung eingeblendet werden, wird es sehr einfach, sich dank der Freunde von Buch zu Buch zu hangeln und den ein oder anderen Geheimtipp für den eigenen Bücherstapel zu stibitzen.

Für mich hat das Konzept Goodreads übrigens ganz gut funktioniert. 2019 habe ich es immerhin auf 13 vollständig gelesene Bücher gebracht – fünf weitere sind derzeit noch „in Bearbeitung“. Damit bin ich zwar leider weit von meinem ursprünglichen Ziel entfernt geblieben. In Anbetracht der Arbeiten, die für mich im letzten Jahr anstanden, scheint mir das Ergebnis aber trotzdem eine enorme Verbesserung zu den Vorjahren zu sein. Und die ganzen Fachartikel zählen zu diesem Ergebnis ja leider nicht mit dazu! 😉

Wenn ihr gerne lest, probiert es doch einfach mal selbst aus! Mein Profil findet ihr hier auf Goodreads. Viel Spaß!

Sämtliche Screenshots stammen von goodreads.com.

Von Stephan

Stephan ist derzeit Doktorand für Informatik an der Universität Basel. Er hat sowohl Ägyptologie als auch Informatik in München und Basel studiert. In seiner Dissertation wird er diese beiden sehr unterschiedlichen Studienfelder miteinander verbinden. Auch darum wird es auf dieser Webseite gehen - neben vielen anderen Bereichen, die in seinem Leben eine Rolle spielen.

6 Antworten auf „Goodreads – Zusammen Lesen macht mehr Spaß“

Schick, danke für die Links! Davon hatte ich bislang noch nicht gelesen! Kennst du beides und bist aus einem bestimmten Grund von einer Variante mehr überzeugt?

Sorry, sehe Deine Frage erst jetzt (man bekommt keine Nachricht, wenn jemand einen Kommentar beantwortet).

Nein, kenne nur LibraryThing. Benutze ich schon lange, aber primär als Katalog und nur ganz selten für Kontakt.

Danke, liebe Manu, für das Feedback! Früher gab es mal automatisch Benachrichtigungen für Antworten auf die eigenen Kommentare, aber im Zuge des Blog Relaunches und einige Versionsänderungen im Hintergrund muss das wohl abhanden gekommen sein. Ich schau mir das an, sobald ich wieder etwas Zeit dafür habe. So ist das ja etwas unpraktisch!

Ich werde mir LibraryThing auch mal ansehen und vielleicht einen Vergleich dazu schreiben, wenn es sich anbietet. 🙂

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