Diablo 2: Resurrected – Technical Alpha

21 Jahre ist es her, dass Diablo 2 von Blizzard Entertainment veröffentlicht wurde. Das Spiel ist inzwischen also fast so alt wie ich (Hey, du da! Genau du! Hör sofort auf zu lachen!). Okay, ein bisschen jünger. Aber es gibt vermutlich kaum ein Spiel in der Geschichte der Videospiele das mich so nachhaltig und intensiv geprägt hat wie diese Jagd auf das finstere Böse. Und siehe da – 2021 macht Blizzard mir und vielen anderen Fans ein verspätetes Geschenk und kündigt ein Remake an. Diablo 2: Resurrected wird es heißen. Ich hatte das Glück, an diesem Wochenende ein bisschen in die technische Alphaversion spielen zu können. Hier also meine Gedanken dazu.

An dieser Stelle könnte ich nun eine lange Einführung geben und erklären, worum es in Diablo geht, wieso das Spiel damals so einen unfassbaren Hype hatte, warum der Nachfolger mehr als nur schlecht ist und Diablo 4 von der Fangemeinde inzwischen zwar durchaus euphorisch, aber eben auch mit Skepsis beäugt wird – einfach, weil Blizzard den hart erarbeiteten Nimbus von der „perfekten Spieleschmiede“ erfolgreich wieder selbst vernichtet hat (*hust* Warcraft 3-Remake *hust*). Aber wer in dieser Welt kennt Diablo bitte nicht? Belassen wir es doch dabei, dass alleine schon die Ankündigung eines Remakes dieses alten Spieleklassikers mein Herz höher schlagen lässt. Zumal da „Remake“ hier nicht nur bedeutet, dass man das Spiel künftig in 4K spielen können wird, was bei Diablo 2 mit seiner maximalen Auflösung von 800×600 Pixeln wirklich nötig wäre. Nein – das Spiel bekommt eine komplett neue, zeitgemäße Grafik verpasst. Hype!

Dabei haben die Entwickler Blizzard Entertainment und Vicarious Visions vor allem eines versprochen: am originalen Spiel soll nichts verändert werden. Selbst die Bugs und Ungereimtheiten der originalen Version, die man jetzt natürlich leicht verändern könnte, werden beibehalten werden. Es geht also nicht darum, einen alten Klassiker neu aufzusetzen. Es geht darum, einer Nostalgie Lebensatem einzuhauchen. Und nach einigen Spielstunden mit der technischen Alpha, die an diesem Wochenende (09. – 11. April 2021) stattfand, kann ich nur betonen, dass dieser Ansatz wirklich gut funktioniert.

Was für ein Gefühl, endlich wieder eine neue Amazone erstellen zu können! Amazone, Barbar und Zauberin – diese drei Klassen stehen in der Alpha zunächst einmal zur Verfügung. Und wie erstmals vor 21 Jahren stehe ich plötzlich mit Amazona – ja, meine Kreativität in Sachen Charakternamen ist bemerkenswert – mitten im Lager der Jägerinnen. Aber etwas ist anders. Amazona und ihre Umgebung sind kein trauriger Pixelmatsch mehr – sondern eine schöne, flüssig animierte Umgebung! Oh mein Gott!

An diesen beiden Screenshots seht ihr auch bereits ein Feature, das nicht neu ist für solche grafischen Remakes, das mich aber noch nie so „gekriegt“ hat – mit einem simplen Knopfdruck auf [G] (oder einem benutzerdefinierten Hotkey) wechselt die Spielansicht zwischen „legacy“, also dem alten Look, und „resurrected“, der neuen, hübscheren Fassung. Und das midgame! Noch während der Pfeil fliegt kann ich mehrfach zwischen beiden Ansichten hin und her schalten und zusehen, wie mich wahlweise Pixelmonster oder hübsch animierte grässliche neue Monster zu überfallen versuchen! Ich weiß nicht, wie oft ich beinahe gestorben wäre, nur weil ich mitten im Kampf unbedingt sehen wollte, wie das früher aussah. Ups.

Das offenbart natürlich auch, weshalb sich am Spiel sonst nicht viel verändert haben kann – denn das Original wird hier ja gewissermaßen „mitgeliefert“, lediglich in ein neues Gewand gepackt. Dabei beeindruckt mich vor allem, mit welcher Detailverliebtheit die alten Umgebungen in neues Licht gerückt wurden. Etwa im Schwarzmoor, wo ich im Original zwar bemerkt hatte, dass es bestimmte Matschregionen gibt, die ein bisschen anders aussehen – jetzt werden sie aber auch noch stilvoll mit Nebel überlagert. Und wenn es im Spiel regnet, sind das nicht mehr nur merkwürdige Pixelwürste, sondern stimmungsvolle Stürme!

Viel Mühe hat man sich auch bei der Gestaltung der Monster gegeben. Das gilt einerseits natürlich bei meinen Lieblingen, etwa den „Gefallenen“ – diese kleinen Racker sind einfach unfassbar putzig.

Aber auch bei Gestalten wie den Spinnen, die im Original etwas merkwürdig aussehen, jetzt aber endlich Ähnlichkeit mit Spinnen haben und somit auch etwas bedrohlicher wirken und weniger wie eine Alieninvasion. Fast möchte man nachfragen, ob es hier nicht einen Spezialmodus für Spinnenphobiker geben sollte?

Natürlich sind auch Elitegegner wieder mit von der Partie. Hier zum Beispiel ein paar Skelette, die mich bzw. meinen Barbaren Barbaros vor dem Kloster erwartet haben und die mich – weil ich gerade mit Screenshots beschäftigt war – fast erledigt hätten. 😅

Der neue Grafikstil wirkt sich natürlich vor allem auch auf die Fähigkeiten der Spielercharaktere aus. Vor allem die Zauberin dürfte vom Grafikupdate massiv profitieren – ihre Blitze, Feuerbälle und vor allem die Eiszauber sehen nun noch mächtiger und beeindruckender aus!

Am Inventar hat sich wie am übrigen Spielprinzip nichts geändert. Dafür sehen die Gegenstände auch hier jetzt deutlich schicker aus. Findet ihr nicht auch?

Einzige kleine Änderung: Die Truhe im Lager hat jetzt etwas mehr Platz. UND es gibt einen „shared stash“, mit dem bestimmte Gegenstände zwischen Charakteren des gleichen Accounts getauscht werden können. Was für eine Erleichterung! Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als man mit wildfremden Menschen ein Zweierspiel aufmachen und dort wertvollste Items auf den Boden werfen musste, in der Hoffnung dass (a) der andere den SOI als Bezahlung akzeptieren und nicht alles klauen würde, und (b) dass der andere nicht einen Disconnect bekommt, das Spiel beendet wird und alle Gegenstände für immer verloren sind.

Ihr seht – viel gibt es gar nicht zu enthüllen. Außer einer umwerfenden Grafik, die uns nun viele Details enthüllt, die früher nie möglich waren. Die uns Beleuchtungen schenkt, die das Kloster von Tristram und die Wüstenstadt Lut Gholein in ganz neuer höllischer Finsternis erstrahlen lassen (in der technischen Alpha sind nur die Akte 1 und 2 spielbar). Es sind manchmal auch wirklich kleinste Details – etwa, wenn meine Zauberin (Sorcera) aus dem Lager rennt und ihren Kopf dabei noch einmal zur Seite dreht zu einer Jägerin, die dort gerade Wache steht. Details sind so wichtig!

Die vielleicht größte Änderung an Diablo 2 ist daher vielleicht eine, die mich persönlich gar nicht betrifft: Anders als das Original wird Diablo 2: Resurrected auf zahlreichen Konsolen spielbar sein, denn der Titel erhält jetzt auch eine Controller-Unterstützung! SpielerInnen auf XBox, Playstation und Switch werden künftig also ebenfalls nach Tristram reisen und dort eine epische Geschichte wider das Böse erleben können. Ob ich wohl ein paar Freunde dazu überreden kann, dieses Abenteuer mit mir gemeinsam zu bestehen? 😏

Auch wenn es zu 99% aus nostalgischen Gründen ist – Diablo 2: Resurrected dürfte für mich bereits der Titel des Jahres 2021 sein. Blizzard hat versprochen, dass das Remake spätestens bis 31. Dezember des Jahres erscheinen wird. Es weckt auch leise Hoffnungen, dass Blizzard verstanden haben könnte, dass Diablo kein Comictitel wie Warcraft sein darf. Diablo 4, ick hör dir trappsen…

Ein Kommentar

  1. Oh wie toll! Ich muss das haben, das klingt sehr vielversprechend. Das wars ja schon immer, aber so macht das gleich wieder nochmal mehr Spaß. Es reizt! Am liebsten würde ich es sofort jetzt und gleich spielen.

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